Diesen Satz hat Josef Schratter 2019 im ersten Seminar gehört. Sieben Jahre später sagt er ihn von sich aus zweimal. Er hat danach die komplette Mentaltrainer-Ausbildung gemacht, mit Diplomarbeit und Prüfung. Und arbeitet bis heute keine einzige Stunde als Mentaltrainer. Er ist Abteilungsleiter.
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Wolfgang setzt sich für diese Reihe mit Menschen zusammen, die vor Jahren bei ihm im Seminar oder in der Ausbildung waren, und stellt die unbequemste Frage, die es gibt. Sein Grund dafür, im Gespräch selbst gesagt: „Die Leute sagen: Das ist ein Werbeversprechen. Und da möchte ich über das Werbeversprechen raus.“ Bei Josef ist die Antwort deshalb interessant, weil er nichts davon hat, sie zu geben.
Josef ist kein einfacher Zeuge. Er ist Techniker im Kopf, kommt aus dem Ausdauersport und hat mit Räucherstäbchen nichts am Hut. Genau deshalb sind seine Antworten auf die üblichen Einwände brauchbar, er hätte jeden davon selbst stellen können.
2019 liefen zwei Dinge gleichzeitig. Privat war es schwierig. Mehr sagt er dazu nicht, und mehr steht hier auch nicht. Und sportlich wollte er weiter: Er steckte mitten im Triathlontraining, und im Sport hört man ständig denselben Satz über die Spitze. „Der ist so stark im Kopf.“
Also hat er angefangen zu suchen, tagelang, quer durchs Internet, eine Seite nach der anderen. Bis er auf Wolfgangs Website gelandet ist. Wie er das beschreibt, ist der schönste Satz des ganzen Gesprächs:
Überzeugt hat ihn nicht das Versprechen, sondern die Warnung. Dort stand nämlich beides: Nach dem ersten Seminar werdet ihr die Welt umarmen. Und im zweiten „werdet ihr euch besser kennenlernen und unter Umständen Untiefen wiedererkennen, die sich irgendwo verschlossen haben.“ Diese Ehrlichkeit hat ihn überzeugt.
Am zweiten Tag des ersten Seminars hat er unterschrieben, dass er die ganze Ausbildung macht, bis zum Diplom. Seine Begründung, sieben Jahre später: „Ich war von dir überzeugt, mein Bauch war von dir überzeugt.“
Es gibt in diesem Gespräch eine Stelle, an der Josef die Diskussion in zwei Sätzen beendet. Sein Vergleich kommt aus dem eigenen Training: Im Triathlon hat er mindestens einen Ruhetag pro Woche gebraucht, damit sich der Körper erholt. Bei den mentalen Übungen ist es umgekehrt: Wer am 24. Tag aussetzt, fängt wieder vorne an. Es ist nicht anstrengend, sagt er. Aber es braucht Disziplin.
Wolfgang legt daneben, wozu das Ganze überhaupt gut sein soll:
So, wie sie im Gespräch vorgekommen sind, von Josef und von Wolfgang.
Josef ist Abteilungsleiter in einem mittelständischen Industrieunternehmen und arbeitet dort viel mit Lehrlingen. Er lässt sie im ersten Lehrjahr aufschreiben, was ihre Ziele sind. Mit fünfzehn, sechzehn steht da schon einmal ein Auto oder eine Karriere als Skateboard-Profi. Im dritten und vierten Lehrjahr legt er ihnen dieselben Zettel wieder hin. „Und dann sind sie ganz erstaunt.“
Eine junge Frau aus seiner Lehrwerkstatt hatte kurz vor der Lehrabschlussprüfung große Angst davor. Erzählt hat ihm das eine Freundin von ihr: „Hey, sag, was du hast. Der Josef weiß was.“ Er hat mit ihr über mehrere Tage eine Übung gemacht, die er bei Wolfgang gelernt hat. Sie hat die Prüfung mit gutem Erfolg bestanden. So schildert er es.
Und dann ist da der Motocross-Fahrer, Vollblutlandwirt, in Josefs Worten „so ein wilder Hund“. Der saß in einer Runde, in der es darum ging, wie man den Tag beginnt. Drei Monate später kam er zurück: „Ich hab das probiert.“ „Und?“ „Das funktioniert. Das ist ein Wahnsinn.“
Vor Jahren hat er außerdem rund zwanzig Stunden freiwillig in einer Integrationsklasse mitgearbeitet. In seiner Mittagspause ist er von der Arbeit in die Schule gefahren und wieder zurück.
Am Ende jeder Folge dieser Reihe spricht Wolfgang eine Empfehlung für den Gast aus, unbezahlt und offen gekennzeichnet. Bei den meisten steht dann hier eine Website, ein Instagram-Profil, eine Adresse.
Bei Josef steht nichts. Weil er das so wollte. Auf die Frage, was von ihm verlinkt werden soll, kam nur ein Satz zurück:
Er hat die Ausbildung abgeschlossen und nie einen Euro damit verdient. Buchen kann man ihn nicht, und für dieses Gespräch hat er auch nichts bekommen.
Das ist unbequem für eine Seite, die etwas verkaufen will. Und gleichzeitig das Beste, was ihr passieren kann. Wer nichts davon hat, hat auch keinen Grund zu übertreiben.
Wenn dir das gefallen hat, dann hab ich was. Ich hab Leute, mit denen ich mal gearbeitet habe, die nach zehn Jahren noch sagen: „Hey, wir haben letzte Woche über dich gesprochen.“ Obwohl ich mit denen zwischendurch nicht geredet habe, außer bei den Interviews, die du gerade gesehen hast.
Wenn es in deinem Leben irgendwas gibt, das schon seit Jahren gleich läuft, und du merkst, du willst das so nicht mehr: Jetzt ist der Moment, noch mal was für dich zu tun.
Josef hat 2019 auch nicht gewusst, wo ihn das hintreibt. Er wollte es probieren. Mehr brauchst du für das erste Gespräch auch nicht.
Mentaltrainer, Inhaber des RE-agieren Instituts für Mentaltraining. Seit 2007 bildet er Mentaltrainer:innen aus. Über 350 haben inzwischen ihr Diplom.
Warum er diese Gespräche überhaupt führt, sagt er gleich am Anfang: „Die Leute sagen: Das ist ein Werbeversprechen. Und da möchte ich über das Werbeversprechen raus.“ Sein erklärtes Ziel dabei ist ausdrücklich nicht, dass alle zu ihm kommen: „Nicht unbedingt beim Wolfgang in Salzburg, der ist mir zu weit weg. Aber dass sie sich dem Thema widmen, weil das Thema ist so goldeswert.“
Zur Ausbildung gehört bei ihm auch eine Grenze. Er sieht sich die Websites seiner Absolvent:innen an, und wenn dort manipulativ gearbeitet wird, meldet er sich. Josef zitiert im Gespräch, wie das dann klingt: „Stell das ab, sonst bist du kein Mentaltrainer nach Wolfgang Reichl-Furthner.“
Wenn dich das Gespräch an etwas in deinem eigenen Leben erinnert hat: Der erste Call ist kostenlos, dauert 15 Minuten, und den Termin suchst du dir selbst aus.
Zum Terminkalender ↑Jede Folge ist ein Mensch, der vor Jahren bei Wolfgang in der Mentaltraining-Ausbildung oder im Seminar war. Und jedes Mal dieselbe Frage: Hat das eigentlich etwas gebracht?